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Nicht meine Schuld! Mini-Anleitung zu mehr Eigenverantwortung

By 10. Februar 2020 4 Comments

Neulich in der Strassenbahn höre ich folgende Aussage meiner Sitzbanknachbarin mit. Das Gespräch ging in etwa so: «Corinna hat die Prüfung zur Wirtschaftsexpertin leider nicht bestanden. Echt schade, das ist natürlich nicht ihre Schuld, sie hat ihr Bestes gegeben. Diese Prüfungsexperten waren viel zu streng…blablabla». Vielleicht hat Corinna ihr Bestes gegeben oder vielleicht auch nicht.

Der Punkt ist der, dass die Verantwortung für Misserfolg automatisch auf äussere Umstände geschoben wird. Vielleicht hatte sich Corinna eben doch nicht gut genug auf die Prüfung vorbereitet. Oder anders gefragt, wer soll denn sonst verantwortlich sein für die negativen Konsequenzen ihres Handelns? Der plötzlich eintretende Regen während der Prüfung, der fiese Prüfungsexperte oder sonst welche Umstände?

Wir treffen immer wieder auf Situationen im Leben, wo wir die Schuld, respektive Verantwortung von uns weisen. Du hast sicher selber schon im geschäftlichen Umfeld erlebt, wenn der Vorgesetzte wieder Mal den Mitarbeitern oder der Wirtschaftslage die Schuld gibt für negative Verkaufsergebnisse. Der Klassiker schlechthin, der Chef vertuscht seine eigene Inkompetenz und stellt sich als Opfer seines unfähigen Teams hin.

«Wir verteidigen unser positives Selbstbild mit allen Mitteln»

Wir tun das, weil wir nicht in einem schlechten Licht erscheinen wollen. Wir verteidigen in dem Moment unser stabiles, positives Selbstbild. Gerät dieses durch ein negatives Ergebnis (=Misserfolg) in Gefahr greifen wir auf Ausreden zurück. Wir schieben die Schuld auf andere oder sonstige äusseren Einflüsse die wir angeblich nicht kontrollieren konnten.

Was unterscheidet denn jemanden mit einem hohen Mass an Eigenverantwortung in guten wie in schlechten Zeiten? Diese Menschen sind vor allem mutig, versuchen nicht etwas zu leugnen, zu vertuschen oder auf äussere Umstände und andere Personen abzuschieben.

«Menschen mit Eigenverantwortung anerkennen schlechte Leistung und bemühen sich beim nächsten Mal noch mehr»

Menschen die Verantwortung für sich selbst übernehmen wissen was ihre Stärken sind. Dies sind insbesondere Selbstbewusstsein – was oft missverstanden und mit Überheblichkeit gleichgestellt wird. Dabei schliesst das Bewusstsein auch die negativen Aspekte mit ein. Sie anerkennen eine schlechte Entscheidung oder Leistung und bemühen sich beim nächsten Mal noch mehr. Vor allem entwickeln sie sich dadurch weiter.

Um auf authentische und eigenverantwortliche Art rüber zu kommen die Menschen beeindruckt solltest du dir folgende Eigenschaften aneignen.

Schluss mit Selbstmitleid

Ganz nach dem Zitat des Japanischen Schriftstellers Haruki Murakami: «Don’t feel sorry for yourself, only a**holes do that» (Deutsch: «Bemitleide dich nicht selber, nur A****löcher tun das»).

Sorry, aber du bist kein Opfer. Dies ist mitunter eine der wichtigsten Eigenschaften von Menschen mit Eigenverantwortung. Nur du selbst bist verantwortlich dafür ob du zufrieden und erfolgreich bist. Deine aktuelle Lebenssituation hast du dir selbst kreiert mit deinen Handlungen, Gefühlen und den Menschen die du in dein Leben gelassen hast.

Wenn dir etwas daran nicht passt, dann ändere es und mach nicht andere dafür verantwortlich!

Gute Vorbereitung

Es ist meistens nicht Glück, wenn dir etwas gut gelungen ist, sondern gute Vorbereitung. Das heisst bei allem was du vorhast solltest du dich so gut vorbereiten wie es nur geht. Denn wenn sich die Möglichkeit bietet etwas zu erreichen bist du bereit und kannst die Chancen nutzen die sich dir bieten.

Stärken und Schwächen erkennen

Deine Stärken und Schwächen lassen sich am besten mit einer SWOT-Analyse (Modell der Harvard Business School) erkennen. Der Buschstabe «S» steht für Strengths (Stärken), «W» für Weaknesses (Schwächen), «O» für Opportunities (Chancen), «T» für Threats (Risiken).

Das Modell ist nicht nur im Business-Umfeld anwendbar, sondern hilft dir auch auf persönlicher Ebene dabei wie du mit deinen eigenen Fähigkeiten auf äussere Umstände reagieren kannst.

Nimm dir einen Moment Zeit und beantworte die Fragen in den vier gelben Boxen

Perfektion gibt es nicht

Du sollst nicht perfekt, sondern mit jedem Mal besser werden. Hör auf perfekt sein zu wollen, das raubt nur Kraft und Motivation. Nichts auf der Welt ist vollkommen. Stell dir vor du hättest bereits alles erreicht und keine Sache mehr wofür es sich lohnt danach zu streben – es würde sich eine grosse Leere in dir ausbreiten.

Nicht perfekt zu sein, mit ein paar Ecken und Kanten macht uns einmalig und sympathisch.

Fehler eingestehen

Eine weitere wichtige Eigenschaft von Menschen mit einem hohen Mass an Eigenverantwortung ist das eingestehen von Fehlern. Du beweist damit Stärke und bekommst den Respekt deines Umfelds. Ein weiterer Vorteil dich intensiv mit deinen Fehlern auseinanderzusetzen ist, dass du wichtige Schlüsse für die Zukunft schliessen kannst. Sollte eine ähnliche Situation wieder auftreten, wirst du vorteilhafter handeln.

Das Ziel ist es nicht keine Fehler zu machen, sondern besser zu werden – immer und überall. Für deine Handlungen, insbesondere den negativen die Konsequenzen zu tragen ist unglaublich stark, authentisch und wirkt selbstbewusst auf dein Umfeld.

Wenn du also das nächste Mal in so einer Situation bist denk darüber nach wie du reagieren willst. Zeig Grösse, steh dazu, wenn etwas schiefgelaufen ist. Mit diesem Verhalten hebst du dich meilenweit vom Mittelfeld unserer Gesellschaft ab, welches weiterhin fröhlich im Sumpf der «Abschieberitis» dümpelt und nicht mal merkt, dass sie sich selber an der Nase herumführen. Denn Stillstand ist Rückschritt.

Veränderung ist grossartig – so wie du!

Deine T

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